Erster Grundkurs "Wer wohnt in meiner Nisthilfe?" ein voller Erfolg!

Braunschweig 31.5.21. Wer wohnt in den MonViA Nisthilfen? Am vergangenen Samstag, 29.5.21, fand der erste Grundkurs zur Bestimmung von Wildbienen statt, in dem sich 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Nordsee bis zum Chiemsee der Herausforderung stellten, die Bewohner von Nisthilfen anhand von Fotos der Niströhren und Kokons zu bestimmen.

Im digitalen Workshop führte unsere Referentin Swantje Grabener durch die Insektengruppen, die eine Nisthilfe besiedeln: 35 hohlraumnistende Wildbienenarten, 25 Grabwespenarten, 4 Wegwespenarten, 16 solitäre Faltenwespenarten, sowie ihre Gegenspieler. Zu letzteren gehören die sogenannten Kuckucksbienen, Keulenwespen, Goldwespen, Schlupfwespen, Käfer und Fliegen. Wann sind sie aktiv, wie groß ist ihr Nahrungsspektrum, wo in Deutschland sind sie anzutreffen, welchen Rote Liste Status haben sie und in welchen Niströhren-Durchmessern wurden sie bereits nachgewiesen? Mit den Antworten auf diese Fragen im Hinterkopf bestimmten die Teilnehmer*innen anschließend in Kleingruppen anhand von Fotos einzelner Nisthilfe-Brettchen, auf denen die Kokons, das Nistmaterial, die Farbe des eingetragenen Pollens und Exkremente gut zu sehen sind, welche Art oder Artengruppe eine Niströhre besiedelt hat.

Wir sind beeindruckt, mit wie viel Freude und Interesse alle an die Aufgaben herangegangen sind und wie schnell es allen möglich war, Arten und Artengruppen zu identifizieren - ein wichtiger Eindruck für die Weiterentwicklung des Wildbienen-Monitorings.

Wir bauen derzeit das Kursangebot aus. Auf die nächsten Termine werden wir auf dieser Website unter Veranstaltungen und in unseren Info-Mails hinweisen (Bei Interesse, in den Verteiler aufgenommen zu werden, schreiben Sie bitte einfach eine mail an nisthilfe@thuenen.de).

Wir freuen uns sehr, dass wir im Kurs einige der über 60 Nisthilfe-Pat*innen kennenlernen durften. Es ist etwas besonderes, in Zusammenarbeit mit Menschen so verschiedener Hintergründe und Motivationen ein bundesweit einheitliches Wildbienen-Monitoring entwickeln zu können. Herzlichen Dank!


16000 Wildbienen in die Freiheit entlassen

Braunschweig 19.5.2021. Auf in die Freiheit: Im Mai haben wir bis jetzt ca. 16000 Wildbienen mit dem „Wildbienen-Taxi“ in ihre ursprüngliche Landschaft zurückgebracht. In den nächsten Wochen werden ihnen die übrigen Individuen folgen. Den Moment des Abflugs können Sie im Video unten verfolgen.

Hintergrund: Am Ende der Saison 2020 haben wir unsere Nisthilfen abgebaut und ins Labor überführt. Hier schlüpfen zur Zeit die Individuen, die in den Niströhren herangewachsen sind. Wir beobachten sie in verschiedener Hinsicht. Zum Beispiel brauchen wir sie, um einen Algorithmus zu trainieren, der in Zukunft eine automatisierte Arterkennung ermöglichen soll. Dafür haben wir vor den Nisthilfen Kameras installiert, die die Bienen aufnimmt sobald sie ihre Nisthilfe verlassen. Weitere Informationen dazu stellen wir Ihnen bald auf unserer Website zur Verfügung. 


Weltbienentag am 20.5.

Halictus scabiosae (© Lara Lindermann)

Braunschweig 17.5.21. Am 20.5. ist Weltbienentag, einer der jüngsten Welttage, mit dem die Vereinten Nationen ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung von Bestäubern schaffen wollen. Den Weltbienentag nehmen wir zum Anlass, um ab sofort wöchentlich die Wildbiene der Woche zu küren. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken der Wildbienen-Vielfalt!

Die Wildbienen-Saison 2021 ist gestartet!

Ein Nisthilfe-Brettchen von oben – eine Etage im 25-stöckigen Wildbienen-Hotel. Zu sehen sind die Niströhren der Blattschneiderbienen (Gattung Megachile). (© Lara Lindermann)

Braunschweig, 10.5.2021. Der Frühling zieht durch das Land, die ersten Wildbienen sind unterwegs und beziehen die MonViA-Nisthilfen. Seit März 2021 stehen an 106 Standorten über die ganze Bundesrepublik verteilt standardisierte Nisthilfen für hohlraumnistende Wildbienen. Über 60 Ehrenamtliche aus neun Bundesländern, darunter Mitwirkende des Netzwerk blühende Landschaft und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, betreuen sie mit großem Engagement: Von April bis September fotografieren sie monatlich jedes der 25 Nisthilfe-Brettchen ihrer Nisthilfe und stellen den Forschenden der AG Agrarlandschaftsmonitoring des Thünen-Instituts für Biodiversität ihre Fotos zur Datenauswertung zur Verfügung.

Bestandsschonende Erfassung des Artenspektrums

Anhand der Fotos der Nisthilfe-Brettchen, die z.B. das Nistmaterial und die Anzahl der Brutkammern dokumentieren, ist es möglich, Rückschlüsse über die Bewohner der Nisthilfen zu ziehen. Auch die organischen Reste in den Nisthilfe-Brettchen sind eine wertvolle Datenquelle: Nach der Saison dienen sie zur Analyse sogenannter Umwelt-DNA (environmental DNA oder eDNA) im Labor und enthüllen so zum Beispiel, welche natürlichen Feinde die Wildbienen parasitieren. So werden umfangreich Daten erhoben ohne eine einzige Wildbiene töten zu müssen.

Fit für den Einsatz in einem bundesweiten Monitoring

Noch bis 2023 befindet sich das Wildbienen-Monitoring in der Pilotphase. Deshalb nutzen die Forschenden in Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen die Saison 2021 um die Nisthilfe für einen langfristigen Einsatz in einem bundesweiten Monitoring weiterzuentwickeln. Drei Fragen stehen dieses Jahr im Fokus der Forschungsarbeit: Liefern Ehrenamtliche und Artexperten eine vergleichbare Datenqualität? Hat das monatliche Öffnen der Nisthilfen Einfluss auf die Besiedlung und die Entwicklung der Nisthilfen-Bewohner? Und was ist die Motivation von Ehrenamtlichen, am Monitoring teilzunehmen, welche Bedürfnisse und Erwartungen bestehen? Dank des großen Engagements vieler Freiwilliger kommen wir 2021 dem Ziel, eine standardisierte, bestandsschonende Nisthilfe zu entwickeln, einen großen Schritt näher. Herzlichen Dank an alle Ehrenamtlichen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern! Sie möchten auch mitmachen? Noch bis Ende Juni 2021 können Sie eine Nisthilfe für das MonViA-Wildbienen-Monitoring aufstellen. Hier finden Sie weitere Informationen zur Nisthilfe-Patenschaft.