Wildbienen-Daten erstmals in die Biodiversitätsbewertung einbezogen
Erstmals sind Daten aus dem Wildbienen-Monitoring in nationale Biodiversitätsindikatoren eingeflossen. Die Anfang 2025 im Rahmen des nationalen Monitorings der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften (MonViA) veröffentlichten Auswertungen liefern erste Einblicke in die Vielfalt und Verbreitung von Wildbienen in Deutschlands Agrarlandschaften.
Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern von Wild- und Kulturpflanzen und tragen wesentlich zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie zur Ernährungssicherheit bei. Viele Arten sind dabei auf strukturreiche Agrarlandschaften als Lebensraum angewiesen. Gleichzeitig gilt mehr als die Hälfte der rund 600 in Deutschland nachgewiesenen Wildbienenarten als gefährdet. Bisher fehlte jedoch eine bundesweit einheitliche Datengrundlage, um ihre Bestandsentwicklung, insbesondere in Agrarlandschaften, verlässlich zu verfolgen. Das seit 2019 aufgebaute Wildbienen-Monitoring trägt dazu bei, diese Lücke zu schließen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hummeln und hohlraumnistende Wildbienen, die bundesweit mit standardisierten Feld- und Labormethoden erfasst werden. Dabei unterstützen mehrere Hundert Ehrenamtliche die Datenerhebung.
Die nun vorliegenden Ergebnisse geben erstmals Auskunft über Artenreichtum, Artenzusammensetzung und Häufigkeit dieser Wildbienengruppen in Agrarlandschaften. Dabei flossen Daten aus den Jahren 2022 bis 2025 ein. Diese zeigen zum Beispiel, dass die Anzahl der Taxa (z.B. Gattungen, Arten und Artkomplexe) sowohl bei den Hummeln als auch bei den hohlraumnistenden Wildbienen relativ gering und die Vielfalt gering bis mittel ausfällt. Auch wenn die Daten bisher keine Aussagen über langfristige Trends zulassen, schaffen sie eine wichtige Grundlage, um künftige Veränderungen der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften zu dokumentieren und die Wirkung von Maßnahmen für eine nachhaltigere Landwirtschaft besser bewerten zu können.



