Unbekannte Vielfalt: Was summt in der Nemitzer Heide?
Die Nemitzer Heide im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist ein ausgedehntes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet), dessen Entstehung auf einen Waldbrand im Jahr 1975 zurückzuführen ist. Neben feuchten und frischen Grünlandflächen sowie kleinparzellierten Ackerflächen umfasst die Nemitzer Heide ein weitläufiges Mosaik aus offenen Heideflächen, Sanddünen, Kiefernwäldern und entwässerten Moorstadien.
Das FFH-Gebiet bietet mit seinem vielfältigen Blütenangebot sowie den offenen, strukturreichen Bereichen potenziell Nahrung und geeignete Nistmöglichkeiten für zahlreiche Wildbienenarten. Da die Wildbienengemeinschaft in diesem Gebiet bislang jedoch noch unerforscht ist, führt das Wildbienen-Team des Thünen-Instituts für Biodiversität hier im Auftrag der Kooperativen Naturschutzstation Wendland-Drawehn seit April 2026 Kartierungen durch. Unterstützt wird das Team dabei von zwei Bachelor-Studierenden der Universitäten Kiel und Halle. Die Erfassungen sollen monatlich bis zur Heideblüte im September erfolgen.
Das Wildbienen-Team nutzt die Kartierungen, um ökologische Fragestellungen zur Bedeutung der Habitatstruktur für Wildbienen zu untersuchen. Gleichzeitig werden verschiedene Methoden erprobt, die künftig als Grundlage für die Erfassung oligolektischer Wildbienenarten im Rahmen eines Monitorings dienen könnten. Dazu gehört die Bestimmung von Wildbienen in Beobachtungswürfeln mithilfe der App ObsIdentify, um die Zuverlässigkeit der Bestimmung ohne Tötung der Tiere zu prüfen. Ergänzend werden plotbasierte Erfassungen an ausgewählten Blütenpflanzen durchgeführt, um auf bestimmten Pflanzen spezialisierte Wildbienenarten gezielt nachzuweisen.








