Wegwespen (Pompilidae): Auplopus carbonarius KW 38

Ihre Brutzellen zimmert die Wegwespe Auplopus carbonarius aus Lehm. (© Lara Lindermann)

Kalenderwoche 38

  • Flugzeit: Anfang Mai – Ende September
  • Nahrungsspektrum der Larven: Spinnen

Wegwespen sind von Arten anderer Wespengruppen wie den Grabwespen oder den solitären Faltenwespen vor allem gut an ihrem Verhalten zu unterscheiden: Die schwarzen Insekten laufen über die Vegetation in Bodennähe und suchen dort Spinnen als Nahrung für ihre Larven.

Denn im Vergleich zu den adulten Tieren, die sich von Pollen ernähren, leben die Larven als Parasitoide. Das Weibchen legt in jede Brutzelle, die sie aus Lehm zimmert, eine betäubte Spinne und legt in diese ihr Ei. So ist die Larve nach dem Schlupf bestens versorgt.

Die Wewespe Auplopus carbonarius legt Tönnchen-förmige Brutzellen an. Ihr Nest verschließt sie sehr locker aus Lehm. In den MonVia-Nisthilfen ist Auplopus carbonarius bisher sehr selten und nur in den größten Niströhren (8mm Durchmesser) nachgewiesen worden.

Grabwespen (Spheciformes): Crossocerus spp. KW 37

Kalenderwoche 37

  • Flugzeit: Anfang Mai bis Mitte September
  • Nahrungsspektrum der Larven: Fliegen (Diptera)

Die kleinen bis mittelgroßen Grabwespen der Gattung Crossocerus legen ihre Nester je nach Art entweder im Boden oder oberirdisch in hohlen Pflanzenstängeln oder Holz an. Die Larven werden mit Fliegen versorgt und die Brutzellen mit Zwischenwänden aus Mulm mit Harz voneinander getrennt.

Grabwespen der Gattung Crossocerus sind bisher noch nicht in den MonViA-Nisthilfen nachgewiesen worden.

Grabwespen (Spheciformes): Trypoxylon spp. KW 36

Kokons der Grabwespengattung Trypoxylon (© Lara Lindermann)

Kalenderwoche 36

  • Flugzeit: Mitte Mai bis Ende September
  • Nahrungsspektrum der Larven: Arachnida (Spinnen)

Grabwespen der Gattung Trypoxylon sind langgestreckt, schlank und schwarz. Die Weibchen versorgen ihre Larven mit Spinnen, die sie mit einem Stich Lähmen und in jede einzelne Brutzelle legen. Bei einigen Arten unterstützt das Männchen das Weibchen und bewacht zum Beispiel das Nest bis alle Larven Kokons gebildet haben.

Die keulenförmigen Kokons der Larven sind beige bis hellbraun. Die Niströhren sind mit Lehm glatt verputzt.

Grabwespen der Gattung Trypoxylon sind in den MonViA-Nisthilfen bisher in Niströhren der drei kleinsten Durchmesser nachgewiesen worden (3,2 mm, 4,8 mm, 6,4 mm), sehr vereinzelt auch im größten Durchmesser (8mm).

Grabwespen (Spheciformes): Psenulus spp. KW 35

Kokons der Grabwespengattung Psenulus. (© Lara Lindermann)

Kalenderwoche 35

  • Flugzeit: Anfang Mai bis Ende September
  • Nahrungsspektrum der Larven: Aphidina (Blattläuse) und Psylloidea Blattflöhe)

Grabwespen der Gattung Psenulus sind nur wenige Millimeter groß. Sie sind dunkel gefärbt und erscheinen auf den ersten Blick den ebenfalls nahezu unbehaarten Wildbienen der Gattung Hylaeus (Maskenbienen) sehr ähnlich.

Wie andere Grabwespen auch leben die adulten Tiere der Gattung Psenulus von Nektar und Pollen.Die Weibchen versorgen ihre Larven je nach Art mit Blattläusen oder Blattflöhen bevor sie die Brutzellen ihrer Niströhre schließen.

Die Kokons der Larven sind schmutzig-weiß bis braun. Die Zwischenwände der Brutzellen zimmern die Weibchen aus Holz- oder Markspänen. Sie verschließen ihr Nest mit einem seidigen, dicken Häutchen, das an einen Spinnenkokon erinnert. Grabwespen der Gattung Psenulus sind in den MonViA-Nisthilfen bisher in Niströhren der drei kleinsten Durchmesser nachgewiesen worden (3,2 mm, 4,8 mm, 6,4 mm), sehr vereinzelt auch im größten Durchmesser (8mm).

Grabwespen (Spheciformes): Passaloecus spp. KW 34

Larven der Grabwespengattung Passaloecus. (© Lara Lindermann)

Kalenderwoche 34

Auch Grabwespen (Spheciformes) nutzen Nisthilfen. Sie sind eng mit den Bienen (Apiformes) verwandt, beide gehören zu den Stechimmen (Aculeata).

Grabwespen ernähren sich im Erwachsenen-Stadium von Nektar und Pollen. Ihre Larven versorgen die Weibchen jedoch mit Insekten oder Spinnen, die sie mit einem Stich lähmen und als Futtervorrat in jede Brutzelle legen. Ebenso wie die Wildbienen eine mannigfaltige Gruppe sind, unterscheiden sich auch die Gattungen der Grabwespen stark voneinander.

Grabwespen der Gattung Passaloecus beispielsweise haben helle Larven (weiß, gelblich oder orange), der Kokon ist meist zurückgebildet. Die Larven ernähren sie mit Blattläusen und die Niströhre verschließen sie mit Harz. In den MonViA-Nisthilfen sind die etwa 6 mm kleinen Grabwespen der Gattung Passaloecus bisher häufig in Röhren mit dem kleinsten Durchmesser (3,2 mm) nachgewiesen worden.

Solitäre Faltenwespen (Eumeninae): Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis) KW 33

Eine Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis) bei der Nahrungssuche. (© Niels Hellwig)

Kalenderwoche 33

Neben den Wildbienen finden auch andere hohlraumnistende Insekten in Nisthilfen ein Zuhause. Unter ihnen sind Vertreter der Unterfamilie solitäre Faltenwespen, die zu den echten Wespen (Vespidae) gehören.

Die Lehmwespe Ancistrocerus nigricornis ist in Mitteleuropa häufig. Zu ihren Lebensräumen zählen Offenland und Gärten. Die 10 – 15 mm langen, schwarz-gelb gezeichneten Hautflügler sind in der freien Natur leicht mit anderen nah verwandten Arten zu verwechseln.

Die Weibchen legen mehrere Brutzellen hintereinander in Pflanzenstängeln oder Fraßgängen von Käfern in Totholz an und besiedeln auch Nisthilfen. Sie legen Schmetterlingsraupen als Nahrung für ihre Larven in jeder Brutzelle ab bevor sie ein Ei hineinlegen. Die Brutzellen und die Öffnung der Niströhre verschließen sie mit Lehm. Solitäre Faltenwespen sind in den MonViA-Nisthilfen bisher in Niströhren jeder Größenkategorie nachgewiesen worden.

Düsterbienen (Stelis spp.) KW 32

Flugzeit: im Früh- und Hochsommer

  • Nahrungsspektrum: Düsterbienen sind Kuckucksbienen (Brutparasiten). Sie sammeln keinen Pollen um ihre Larven zu versorgen. Diese wachsen in den Brutzellen anderer Wildbienen heran und ernähren sich von den darin angelegten Pollenvorräten. Adulte Tiere ernähren sich vom Nektar verschiedenster Blütenpflanzen.
  • Charakteristisch: schwarze Färbung

Wie bei vielen anderen Wildbienenarten leitet sich der Name der Düsterbienen von ihrer Erscheinung ab. Die 4-11 mm kleinen, schwarz gefärbten (düsteren) Bienen tragen nur vereinzelt helle Zeichnungen. In Deutschland sind 10 Arten bekannt. Entsprechend ihrer Strategie als Brutparasit haben die Weibchen im Vergleich zu den Pollen sammelnden Arten keine Bauchbürste. Während einige Arten auf ihre Wirte spezialisiert sind, haben andere ein breites Wirtsspektrum. Die Nester, Nistverschlüsse und Kokons der Kuckucksbienen sind schwer von denen ihrer Wirte zu unterscheiden.

Östliche Zwergwollbiene Pseudoanthidium nanum (Mocsáry 1881)KW 31

Wollbienen (Pseudoanthidium spp.) kleiden ihre Niströhren mit Pflanzenhaaren aus. (© Lara Lindermann)

Östliche Zwergwollbiene Pseudoanthidium nanum (Mocsáry 1881)

Kalenderwoche 31

  • Flugzeit: Anfang Juni- Ende August
  • Nahrungsspektrum: oligolektisch (Pollenspezialist): Asteraceae
  • Charakteristisch: gehört zu den kleinsten Wildbienen

Die Östliche Zwergwollbiene gehört mit 6-8 mm zu den kleinsten Wildbienen. Wollbienen sind in der freien Natur gut an ihren auffälligen, gelben Zeichnungen auf dem schwarzen, fast kahlen Hinterleib zu erkennen. Ihr Flug ähnelt dem von Schwebfliegen. Sie leben in offenen Landschaften und nutzen auch Gärten als Lebensraum. Ihren Namen tragen sie, weil sie Pflanzenhaare beim Auskleiden ihrer Niströhre verwenden. In den MonViA-Nisthilfen ist diese Art bisher nur vereinzelt und in der zweitkleinsten Niströhre (4,8 mm) nachgewiesen worden.

Blattschneiderbienen (Megachile spp.) KW 30

Zwei mit Blattstücken ausgekleidete Niströhren von Blattschneiderbienen (Megachile spp.). (© Lara Lindermann)

Blattschneiderbienen (Megachile spp.)

Kalenderwoche 30

  • Flugzeit: innerhalb der Gattung sehr unterschiedlich. Zwischen Mitte Mai und Ende Oktober können die Arten angetroffen werden.
  • Nahrungsspektrum: die sechs hohlraumnistenden Arten sind überwiegend polylektisch
  • Charakteristisch: Verkleidet Niströhren und Nestverschluss mit Blattscheiben

Blattschneiderbienen tragen ihren Namen, weil sie mit ihren Mundwerkzeugen Stücke aus Blättern schneiden und mit diesen ihre Niströhren auskleiden. Eine Art kann dabei viele verschiedene Bäume, Sträucher und Kräuter verwenden (32 Pflanzenarten nutzt zum Beispiel M. maritima). In Deutschland sind 23 Arten heimisch, von denen sechs hohlraumnistende Arten sind.

Die 9-18 mm großen Bienen sind im Feld unter anderem daran zu erkennen, dass die Vordertarsen (= Fußglieder der Vorderbeine) der Männchen oft auffällig verbreitert und fransig behaart sind. Zu ihren Lebensräumen zählen Waldränder, Kies- und Lehmgruben, Streuobstwiesen und Brachen. Auch Gärten nehmen Blattschneiderbienen an.

Blattschneiderbienen sind in den MonViA-Nisthilfen überwiegend in Röhren mit dem größten Durchmesser gefunden worden (8 mm und 6,4 mm), vereinzelt auch in kleineren (4,8 mm).

Platterbsen-Mörtelbiene Lepeletier 1841 KW 29

Brutzellen der Platterbsen-Mörtelbiene in einer MonViA-Nisthilfe. (© Lara Lindermann)

Platterbsen-Mörtelbienen (Megachile ericetorum) Lepeletier 1841

 

Kalenderwoche 29

  • Flugzeit: Anfang Juni bis Ende August
  • Nahrungsspektrum: oligolektisch (Pollenspezialist): Fabaceae, v. a. Platterbsen
  • Charakteristisch: Die angelegten Brutzellen sind komplett ausgemörtelt und von innen mit einer Harzschicht versehen. Der Verschluss wird aus Lehm angelegt, ist relativ locker und fällt daher leicht ab.

Die Platterbsen-Mörtelbiene hat eine schwarze Grundfärbung und vier helle Binden auf dem Hinterleib. Sie ist ähnlich groß wie die Honigbiene. Den Pollen sammelt sie in ihrer goldgelb behaarten Bauchbürste Sie ist im Feld schwer von ähnlichen Megachile-Arten zu unterscheiden und kann insbesondere mit M. willugbiella verwechselt werden. Sie ist in ganz Deutschland verbreitet und kann in einem breiten Offenlandlebensraumspektrum nachgewiesen werden, sofern es ausreichend Schmetterlingsblütler und Nistressourcen zur Verfügung stehen. In den MonViA-Nisthilfen wurde sie bisher selten und wenn in 8 mm Niströhrendurchmessern nachgewiesen.

Löcherbienen (Heriades sp.) KW 28

Die Zwischenwände der Brutzellen der Mauerbiene sind aus gelblichem Harz gezimmert. (© Lara Lindermann)

Löcherbienen (Heriades sp.)

Kalenderwoche 28

  • Flugzeit: Anfang Juni – Ende Oktober, Hauptaktivität im Juli und August
  • Nahrungsspektrum: Oligolektisch (Pollenspezialist): Asteraceae
  • Charakteristisch: Die gekerbte und die gemeine Löcherbiene reinigen alte Nester und verwenden sie wieder.

Von der Gattung der Löcherbienen sind drei Arten in Deutschland heimisch: Die gekerbte Löcherbiene (Heriades crenulatus Smith 1846), die gemeine Löcherbiene (H. truncorum Linnaeus 1758) und H. rubicola. Sie nutzen Käferfraßgänge in Baumstämmen und in zu Pfosten und Balken verarbeitetem Holz als Niströhren. Nur die gekerbte und die gemeine Löcherbiene siedeln sich auch gerne in Nisthilfen an. Sie sind schwarz, 6-8 mm klein und dünn behaart. Sie ähneln in ihrer Erscheinung den Mauerbienen (Gattung Osmia) und sind nur deutlich kleiner. In den MonViA-Nisthilfen sind sie bisher überwiegend in den beiden kleinsten Niströhren nachgewiesen worden (3,2 und 4,8 mm), vereinzelt auch in größeren Niströhren (6,4 mm).

Scherenbienen (Chelostoma spp.) (Latreille 1809) KW27

Eine Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi (Lepeletier 1841)) in der Blüte einer Glockenblume (Campanula sp.). (© Niels Hellwig)

Scherenbienen (Chelostoma spp.) (Latreille 1809)

Kalenderwoche 27

  • Flugzeit: Die Arten der Gattung sind in der Zeit von Anfang Mai bis Ende August zu verschiedenen Zeiten anzutreffen.
  • Nahrungsspektrum: Alle Arten sind oligolektisch (Pollenspezialisten) und auf unterschiedliche Pflanzengattungen spezialisiert: C. florisomne: Hahnenfuß (Ranunculus), C. campanularum, C. distinctum, C. foveolatum und C. rapunculi: Glockenblumen (Campanula) und Glockenblumengewächse
  • Charakteristisch: Die Weibchen tragen auffällige, scherenartige Mundwerkzeuge (Mandibeln).

Wie der Name verrät tragen Scherenbienen (allerdings nur die Weibchen) auffällig große, scherenartige Mandibeln. In Deutschland sind fünf Arten der Gattung heimisch. Alle sind 6-10mm lang, schwarz, nur dünn behaart und haben einen lang gestreckten Körper. In der freien Natur sind sie vor allem daran zu unterscheiden, wann sie fliegen und welche Blüten sie besuchen. Sie legen ihre Nester in vorhanden Hohlräumen an Waldrändern, in Streuobstwiesen (in abgestorbene Ästen), aber auch in Siedlungsbereichen (in Halmen in Reetdächern, Fraßgängen in Balken) an. In den MonViA-Nisthilfen sind Scherenbienen überwiegend in den kleinsten Niströhren nachgewiesen worden (3,2 mm), vereinzelt auch in den zweitkleinsten (4,8 mm).

Maskenbienen (Hylaeus spp.) (Fabricius 1793) KW 26

Eine Maskenbiene (Hylaeus sp.) in der Blüte einer Glockenblume (Campanula persificolia). (© Niels Hellwig)

Maskenbienen (Hylaeus spp.) (Fabricius 1793)

Kalenderwoche 26

  • Nahrungsspektrum: Alle bis auf drei Arten sind polylektisch (Pollengeneralisten)
  • Flugzeiten: zwischen Mai und Oktober kann man Maskenbienenarten antreffen
  • Charakteristisch: Maskenbienen sondern bei Gefahr einen nach Zitrone riechenden Stoff ab.

Die Gattung der Maskenbienen trägt ihren Namen aufgrund der maskenartigen, gelben oder weißen Muster, die Männchen und Weibchen im Gesicht tragen. Die Arten dieser Gattung sind nur 4-10 mm klein – dementsprechend schwierig sind sie in der freien Natur zu entdecken. Die in Deutschland vorkommenden 39 Arten sind überwiegend schwarz und glänzend. Die meisten Maskenbienen legen ihre nester in vorhandenen Hohlräume an und sind dabei nicht wählerisch: Ihre Nester findet man in Steilwänden, Käferfraßgängen oder auch Pflanzengallen. Einige Arten nagen ihre Niströhren jedoch auch selbst in das Mark von Pflanzenstengeln. Sie kleiden ihre Brutzellen mit einer dünnen Membran aus, die das ausgehärtete Sekret ihrer Labialdrüse (Labium=Zunge) ist. In den MonViA-Niströhren sind Maskenbienen überwiegend in den kleinsten (3,2mm), selten auch in den zweitkleinsten (4,8mm) Niströhren nachgewiesen worden.

Colletes daviesanus (Smith 1846), Buckel-Seidenbiene KW25

Die Buckel-Seidenbiene kleidet ihre Niströhren mit einer seidigen Membran aus. (© Lara Lindermann)

Kalenderwoche 25

  • Flugzeit: Anfang Juni bis Ende August
  • Nahrungsspektrum: oligolektisch (Pollenspezialist): Asteraceae, v.a. Rainfarn
  • Charakteristisch: Gräbt ihre Niströhren mit den Mundwerkzeugen in vertikale Strukturen aus Sandstein, ist im Feld kaum von anderen Seidenbienen zu unterscheiden

Die Buckel-Seidenbiene ist, wie alle Seidenbienen, schwarz mit gelblich-grauer Behaarung. Im Feld ist sie sehr schwer von anderen Seidenbienen zu unterscheiden. Die 7-9 mm kleine Art besiedelt vertikale Strukturen aus Sand, Sandstein oder Mörtel, in die die Weibchen mit ihren Mundwerkzeugen ihre Nester graben. Entsprechend ist sie in z.B. in Sandsteinbrüchen oder Siedlungen anzutreffen, wo die Weibchen einzeln aber dicht an dicht in teils großen Kolonien nisten. Ihren Namen trägt sie wegen ihres unbehaarten „Buckels“, den die Weibchen der Art auf dem Mesonotum (dem „Rücken“ ihres Thorax, des mittleren Körperabschnitts) tragen. Wie alle Seidenbienen kleidet die Buckel-Seidenbiene ihre Niströhre mit einer cellophanartigen („seidigen“) Membran aus, die sie mithilfe eines Sekrets selbst produziert. Die Buckel-Seidenbiene ist in Deutschland häufig und in der Roten Liste als ungefährdet eingestuft. In der MonViA-Nisthilfe wurde sie sehr selten nachgewiesen und wenn, dann in den 8 mm oder 4,8 mm großen Niströhren.

Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca (Panzer 1798)) KW24

Die Natternkopf-Mauerbiene zimmert ihre Brutzellen aus Lehm und legt in jeder Zelle Vorräte mit dem violetten Pollen des Natternkopfs (Echium spp.) an. (© Lara Lindermann)

Kalenderwoche 24

  • Flugzeit: Mitte Juni bis Ende Juli, wenn Witterungs- und Nahrungsbedingungen es zulassen auch noch bis Mitte September
  • Nahrungsspektrum: Streng oligolektisch (Pollenspezialist): Echium (Natternkopf)
  • Charakteristisch: Sexualdimorphismus, abhängig von Natternkopf-Fluren

Wie ihr Name vermuten lässt, ist die Natternkopf-Mauerbiene Hoplitis adunca (auch unter dem Synonym Osmia adunca bekannt) spezialisiert auf Pollen des Natternkopfs, vor allem des gemeinen Natternkopfs Echium vulgare. Dementsprechend ist ihr Vorkommen von Natternkopf-Beständen abhängig, die nicht weit entfernt von geeigneten Nistplätzen liegen (Felswände, Steinmauern, Totholz; Nisthilfen nimmt sie schnell an). So sind trockenwarme Ruderalstellen, aufgelassene Kiesgruben oder steinige Böschungen Lebensräume, in denen die Natternkopf-Mauerbiene anzutreffen ist. Sie ist auf der Roten Liste als „ungefährdet“ eingestuft und ist in ganz Deutschland anzutreffen, überwiegend aber im Süden. Sie baut die Zwischenwände ihrer Brutzellen aus Lehm und verschließt das Nest mit einem harten, groben Nistverschluss. Die Männchen und Weibchen der 8-13mm große Natternkopf-Mauerbiene unterscheiden sich stark voneinander (Sexualdimorphismus). Die Männchen sind dicht behaart, die Haare sind kurz nach dem Schlüpfen stark rostrot. Die Weibchen dagegen sind hellbraun (Thorax) und schwarz glänzend (Abdomden) mit einer weißen Bauchbürste. In der MonViA-Nisthilfe ist Hoplitis adunca vor allem in den Niströhren mit dem zweitgrößten Durchmesser von 6,4mm nachgewiesen worden, vereinzelt aber auch in den 8 und 4mm großen Röhren.

Blaue Mauerbiene (Osmia caerulescens (Linnaeus 1758)) KW23

Ein Männchen von Osmia caerulescens auf Geranium spec. (© Niels Hellwig)

Blaue Mauerbiene (Osmia caerulescens (Linnaeus 1758))

Kalenderwoche 23

  • Flugzeit: Mitte Mai bis Mitte Juli, teilweise eine zweite Generation von Anfang Juli bis Mitte August
  • Nahrungsspektrum: Polylektisch (Pollengeneralist)
  • Charakteristisch: Geschlechtsdimorphismus (Männchen und Weibchen unterscheiden sich stark)

Die blaue Mauerbiene ist in ganz Deutschland häufig. Ihr Lebensraum sind u.a. Waldränder, Streuobstwiesen und Siedlungen. Sie nistet in Hohlräumen, die sie in der Erde, in Steilwänden, in Fraßgängen in Totholz oder auch in Pflanzenstengeln oder Nisthilfen findet. Ihr Nest verschließt sie mit zerkautem Pflanzenmaterial (Pflanzenmörtel), z.B. mit Laubblättern der Schwarzerle (Alnus glutinosa) oder Blüten- und Laubblättern von Mohn (Papaver spp.). Die Pollenvorräte für ihre Larven legt das Weibchen mit Pollen von Vertretern aus sieben Pflanzenfamilien an, darunter Kriechender Günsel (Ajuga reptans; Lamiaceae), Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris, Ranunculaceae) und Weißklee (Trifolium repens, Fabaceae). Männchen und Weibchen der 8-10mm großen Art unterscheiden sich deutlich: Während das Männchen kupfer- bis bronzenfarben und fuchsrot behaart ist, schimmert das etwas größere Weibchen stahlblau. In der MonViA-Nisthilfe ist O. caerulescens bisher überwiegend in der zweitkleinsten Niströhre mit einem Durchmesser von 4.8 mm nachgewiesen worden, vereinzelt aber auch in allen weiteren Niströhrengrößen.

Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis (Fabricius 1798)) KW 22

Das Nest von Osmia brevicornis ist nicht, wie bei allen anderen hohlraumnistenden Bienenarten in Europa, mit Zwischenwänden in Zellen aufgeteilt. In diesem Nisthilfe-Brettchen ist ihr Nest, bzw. Reste davon, zu sehen in Niströhren 1, 3, 5 und 10. In den übrigen Niströhren sind die Zwischenwände der Nester von Blattschneiderbienen von Pflanzenmaterial verdeckt. (© Lara Lindermann)

Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis (Fabricius 1798))

Kalenderwoche 22

  • Flugzeit: Mitte April bis Mitte Juni
  • Nahrungsspektrum: Oligolektisch (Pollenspezialist): Brassicaceae (Kreuzblütler)
  • Charakteristisch: Die einzige der europäischen hohlraumnistenden Bienenarten, die ihr Nest nicht mit Zwischenwänden in Zellen aufteilt.

Die Schöterich-Mauerbiene kommt überall in Deutschland vor, ist aber insgesamt selten. Sie braucht großblütige Kreuzblütler als Nahrungsquelle und Totholz, in dem sie Fraßgänge als Niströhren nutzt. Deshalb trifft man die Art z.B. in alten Streuobstbeständen oder an südexponierten Waldrändern. Sie ist in der roten Liste in die Kategorie G eingeordnet (Gefährdung mit unbekanntem Ausmaß). Die Schöterich-Mauerbiene ist in der freien Natur schwierig anzusprechen. Vor allem erkennt man die Weibchen an ihrem blau schillernden Körper und ihrer rostroten Bauchbürste in Kombination mit dem Besuch eines Kreuzblütlers. Die Männchen sind ohne ein Binokular kaum von anderen Mauerbienen zu unterscheiden. Die Schöterich-Mauerbiene ist auf Kreuzblütler spezialisiert, sammelt Pollen also z.B. auf Ackersenf (Sinapis arvensis) oder Schöterich-Arten (Erysimum spec). In den MonViA Nisthilfen ist Osmia brevicornis bisher in allen Niströhren nachgewiesen worden, am häufigsten in 8, 6.4 und 4.8 mm Durchmesser, in <0.1% auch in Röhren mit 3.2 mm Durchmesser.

Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis (Linnaeus 1758)) KW21

Eine rostrote Mauerbiene Osmia bicornis auf dem Weißen Immergrün Vinca minor alba. (© Nils Hellwig)

Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis (Linnaeus 1758))

Kalenderwoche 21

  • Flugzeit: Anfang April bis Mitte Juni
  • Nahrungsspektrum: polylektisch (Pollengeneralist)
  • Charakteristisch: Unter den Mauerbienen die Art mit der flexibelsten Nistplatzwahl

Auf die rostrote Mauerbiene kann man treffen, sobald die gehörnte Mauerbiene Osmia cornuta (siehe Kalenderwoche 20) schon aktiv ihre Nester baut. Sie ist überwiegend rötlich-braungelb behaart und damit bräunlicher als ihre nahe Verwandte. Die Weibchen tragen auf ihrem Kopfschild (wie bei O. cornuta) zwei charakteristische, vorstehende Hörnchen. Ihre Flexibilität im Hinblick auf die Nistplatzwahl ist beachtlich. So wurden ihre Nester bisher nicht nur in dicken Ranken von Brombeerhecken oder reich strukturierten Wäldern nachgewiesen, sondern auch in Ritzen von Fensterrahmen und in Türschlössern. Sie besiedelt schnell Nisthilfen mit einem Innendurchmesser von 5-7mm. Ihre Niströhre verschließt sie mit Lehm. Auch im Hinblick auf ihre Nahrung ist sie sehr flexibel und anpassungsfähig: Auf Vertretern von 19 Pflanzenfamilien wurde sie Pollen sammelnd beobachtet, darunter Rosengewächse wie Heckenrose (Rosa canina) oder Garten-Apfel (Malus domestica) und Hülsenfrüchtler wie Weiß-Klee (Trifolium repens) oder Zaunwicke (Vicia sepium), die Sie aus dem Garten kennen.

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta (Latreille 1805)) KW 20

Der Frühling ist da! Begattungsakt der gehörnten Mauerbiene. Das Männchen umklammert dabei mehrere Stunden das Weibchen. (© Lara Lindermann)

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta (Latreille 1805))

Kalenderwoche 20

  • Flugzeit: Mitte März bis Anfang Mai
  • Nahrungsspektrum: polylektisch (Pollengeneralist)
  • Verwechslungsgefahr im Feld: Osmia bicolor

Noch ein paar Tage haben Sie die Chance, die gehörnte Mauerbiene in Ihrem Garten zu entdecken. Die 12-16 mm lange Biene mit lebhaft rostrot behaartem Hinterleib ist eine der ersten Bienenarten, die im Jahr aktiv ist und Nisthilfen besiedelt. Sie in ganz Deutschland verbreitet und häufig. Da sie früh im Jahr aktiv ist und mildes Klima braucht, lebt sie überwiegend in Siedlungen, denn hier findet sie ausreichend Frühblüher wie Veilchen, Hyazinthen und Primeln. Nistplätze findet sie in sonnenexponierten Löß- und Lehmwänden. In der MonViA-Nisthilfe besiedelt sie die Niströhren mit dem größten Durchmesser (8 mm). Ihre Niströhre verschließt das Weibchen mit Lehm oder feuchter Erde.