Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis (Fabricius 1798))

Das Nest von Osmia brevicornis ist nicht, wie bei allen anderen hohlraumnistenden Bienenarten in Europa, mit Zwischenwänden in Zellen aufgeteilt. In diesem Nisthilfe-Brettchen ist ihr Nest, bzw. Reste davon, zu sehen in Niströhren 1, 3, 5 und 10. In den übrigen Niströhren sind die Zwischenwände der Nester von Blattschneiderbienen von Pflanzenmaterial verdeckt. (© Lara Lindermann)

Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis (Fabricius 1798))

Kalenderwoche 22

  • Flugzeit: Mitte April bis Mitte Juni
  • Nahrungsspektrum: Oligolektisch (Pollenspezialist): Brassicaceae (Kreuzblütler)
  • Charakteristisch: Die einzige der europäischen hohlraumnistenden Bienenarten, die ihr Nest nicht mit Zwischenwänden in Zellen aufteilt.

Die Schöterich-Mauerbiene kommt überall in Deutschland vor, ist aber insgesamt selten. Sie braucht großblütige Kreuzblütler als Nahrungsquelle und Totholz, in dem sie Fraßgänge als Niströhren nutzt. Deshalb trifft man die Art z.B. in alten Streuobstbeständen oder an südexponierten Waldrändern. Sie ist in der roten Liste in die Kategorie G eingeordnet (Gefährdung mit unbekanntem Ausmaß). Die Schöterich-Mauerbiene ist in der freien Natur schwierig anzusprechen. Vor allem erkennt man die Weibchen an ihrem blau schillernden Körper und ihrer rostroten Bauchbürste in Kombination mit dem Besuch eines Kreuzblütlers. Die Männchen sind ohne ein Binokular kaum von anderen Mauerbienen zu unterscheiden. Die Schöterich-Mauerbiene ist auf Kreuzblütler spezialisiert, sammelt Pollen also z.B. auf Ackersenf (Sinapis arvensis) oder Schöterich-Arten (Erysimum spec). In den MonViA Nisthilfen ist Osmia brevicornis bisher in allen Niströhren nachgewiesen worden, am häufigsten in 8, 6.4 und 4.8 mm Durchmesser, in <0.1% auch in Röhren mit 3.2 mm Durchmesser.

Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis (Linnaeus 1758)) KW21

Eine rostrote Mauerbiene Osmia bicornis auf dem Weißen Immergrün Vinca minor alba. (© Nils Hellwig)

Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis (Linnaeus 1758))

Kalenderwoche 21

  • Flugzeit: Anfang April bis Mitte Juni
  • Nahrungsspektrum: polylektisch (Pollengeneralist)
  • Charakteristisch: Unter den Mauerbienen die Art mit der flexibelsten Nistplatzwahl

Auf die rostrote Mauerbiene kann man treffen, sobald die gehörnte Mauerbiene Osmia cornuta (siehe Kalenderwoche 20) schon aktiv ihre Nester baut. Sie ist überwiegend rötlich-braungelb behaart und damit bräunlicher als ihre nahe Verwandte. Die Weibchen tragen auf ihrem Kopfschild (wie bei O. cornuta) zwei charakteristische, vorstehende Hörnchen. Ihre Flexibilität im Hinblick auf die Nistplatzwahl ist beachtlich. So wurden ihre Nester bisher nicht nur in dicken Ranken von Brombeerhecken oder reich strukturierten Wäldern nachgewiesen, sondern auch in Ritzen von Fensterrahmen und in Türschlössern. Sie besiedelt schnell Nisthilfen mit einem Innendurchmesser von 5-7mm. Ihre Niströhre verschließt sie mit Lehm. Auch im Hinblick auf ihre Nahrung ist sie sehr flexibel und anpassungsfähig: Auf Vertretern von 19 Pflanzenfamilien wurde sie Pollen sammelnd beobachtet, darunter Rosengewächse wie Heckenrose (Rosa canina) oder Garten-Apfel (Malus domestica) und Hülsenfrüchtler wie Weiß-Klee (Trifolium repens) oder Zaunwicke (Vicia sepium), die Sie aus dem Garten kennen.

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta (Latreille 1805)) KW 20

Der Frühling ist da! Begattungsakt der gehörnten Mauerbiene. Das Männchen umklammert dabei mehrere Stunden das Weibchen. (© Lara Lindermann)

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta (Latreille 1805))

Kalenderwoche 20

  • Flugzeit: Mitte März bis Anfang Mai
  • Nahrungsspektrum: polylektisch (Pollengeneralist)
  • Verwechslungsgefahr im Feld: Osmia bicolor

Noch ein paar Tage haben Sie die Chance, die gehörnte Mauerbiene in Ihrem Garten zu entdecken. Die 12-16 mm lange Biene mit lebhaft rostrot behaartem Hinterleib ist eine der ersten Bienenarten, die im Jahr aktiv ist und Nisthilfen besiedelt. Sie in ganz Deutschland verbreitet und häufig. Da sie früh im Jahr aktiv ist und mildes Klima braucht, lebt sie überwiegend in Siedlungen, denn hier findet sie ausreichend Frühblüher wie Veilchen, Hyazinthen und Primeln. Nistplätze findet sie in sonnenexponierten Löß- und Lehmwänden. In der MonViA-Nisthilfe besiedelt sie die Niströhren mit dem größten Durchmesser (8 mm). Ihre Niströhre verschließt das Weibchen mit Lehm oder feuchter Erde.