MonViA - Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften

In Deutschland werden rund 50 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Deshalb kommt der Landwirtschaft eine bedeutende Rolle für die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt zu. Besonders die Art und Weise der landwirtschaftlichen Nutzung und damit eng verbunden die Ausgestaltung von Agrarlandschaften sind für den Rückgang der biologischen Vielfalt verantwortlich. Da bestehende Monitoringprogramme nur in begrenztem Umfang wissenschaftlich belastbare Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden Ursache-Wirkungsbeziehungen zulassen Bewertungen der Wirkung agrarumweltpolitischer Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt nur eingeschränkt möglich sind, bedarf es einer repräsentativen, bundesweiten Datengrundlage.

Im Verbundprojekt MonViA wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fundierte Antworten auf folgende Fragen geben:

• Wie entwickelt sich die biologische Vielfalt in offenen Agrarlandschaften unter dem Einfluss der landwirtschaftlichen Produktion, des Landnutzungs- und des Agrarstrukturwandels?

• Wie wirkt sich die Veränderung der biologischen Vielfalt auf die Leistungsfähigkeit und Stabilität der landwirtschaftlichen Produktionssysteme aus?

• Wie wirken agrar- und umweltpolitische Maßnahmen auf die biologische Vielfalt?

MonViA ist ergänzend zu bestehenden naturschutzfachlichen Monitoringansätzen konzipiert und startet mit einer fünf jährigen Pilotphase, in der standardisierte Erfassungsmethoden und innovative Indikatorensysteme (Kennzahlen) für drei Teilbereiche entwickelt werden:

  • bundesweites Trendmonitoring
  • vertiefendes Monitoring zu agrarräumlichen Fragestellungen sowie
  • Citizen Science-basierte Monitoringansätze. Bei letzterem sollen insbesondere Landwirte*innen in Monitoringaktivitäten eingebunden werden.

MonViA beschäftigt sich neben der Vielfalt von Lebensräumen mit verschiedenen Organismengruppen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf funktionellen Gruppen, wie Bestäuber, Schädlinge, Nützlinge, und Bodenfauna. Diese sind für die Leistungsfähigkeit landwirtschaftlicher Produktionssysteme von besonderer Bedeutung.

An der Erarbeitung von MonViA sind insgesamt 14 Fachinstitute des Thünen-Instituts und des Julius Kühn-Instituts sowie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beteiligt. Die Gesamtkoordination liegt beim Thünen-Institut für Biodiversität.

MonViA wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert (2019-2023).