Wissenswertes über Wildbienen

Wenn man im Allgemeinen von Bienen spricht, dann denken viele nur an unsere heimische Honigbiene (Apis mellifera). Dies ist aber nur eine einzige Bienenart, und noch dazu eine domestizierte Art, sie zählt also nicht unter den Begriff Wildbienen. In Deutschland gibt es rund 575 Wildbienenarten, dazu zählen auch die Hummeln.

Wildbienen werden oft aufgrund der Farbgebung einiger Arten mit Honigbienen verwechselt, aufgrund ihrer Größe übersehen oder für andere Insekten gehalten. Sie können winzig klein sein wie etwa die Maskenbienen (Hylaeus spec.), die 4 bis 10 Millimeter groß sind, oder sie können eine Größe von bis zu 20 bis 30 Millimetern erreichen, wie unsere größte heimische Wildbiene, die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea).

Wildbienen ernähren sich selbst vom Nektar der Pflanzen und ihren Nachwuchs mit Blütenpollen. Dieser Pollen wird nur von Weibchen gesammelt und an Hinterbeinen, unter dem Bauch oder im Kropf transportiert.

Eine Vielzahl von Kulturpflanzen in der Landwirtschaft ist abhängig von Insektenbestäubung, vor allem durch Wildbienen. Veränderte Landnutzung und Bewirtschaftungsform haben jedoch in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Rückgang von Wildbienen geführt. Zahlreiche Wildbienenarten zeichnen sich durch eine enge ökologische Nische hinsichtlich ihrer Brutstätten und Nahrungsressourcen aus und reagieren empfindlich auf Veränderungen in ihren Lebensräumen. Wildbienen gelten deshalb auch als wichtige Struktur- und Maßnahmenzeiger in Agrarlandschaften.

Wildbienen nisten in unterschiedlicher Art und Weise. Etwa drei Viertel aller Arten nisten im Boden, während der Rest oberirdisch (hypogäisch) in Freibauten, in markhaltigen Pflanzenstängeln, in Totholz, in Pflanzengallen, in Schneckenhäusern oder in Hohlräumen nistet. Diese Hohlräume können sowohl hohle Pflanzenstängel, als auch Löcher in verschiedenen Naturmaterialien sein, beispielsweise im Holz. In der Regel werden in den Nistplätzen von solitär lebenden Wildbienen einzelne Kammern angelegt, welche jeweils mit einem Polster aus Pollen ausgestattet werden, auf denen jeweils ein Ei abgelegt wird.

Nestverschlüsse erkennen

Wollen Sie jetzt schon wissen, wer in die Nisthilfen eingezogen ist? Dann können Sie dies anhand der Nestverschlüsse versuchen: